Die Hall of Fame

Drei Siege im Grossen Preis von dem Baden, dem sportlichen Höhepunkt der Galopprennen in Iffezheim seit 1858, haben bislang nur zwei Pferde geschafft und sie führen natürlich die „Hall of Fame“ an – Kincsem (1877 – 1879) und Oleander (1927 – 1929). Nach diesen beiden Pferden sind die Türme der Iffezheimer Tribüne benannt.

Kincsem

Die ungarische Stute Kincsem gilt vielen Experten als das erfolgreichste Pferd aller Zeiten. Im Lauf ihrer vierjährigen Rennkarriere startete sie 54mal und wurde nie bezwungen. Nur in Baden-Baden war sie einmal am Rande einer Niederlage. Im Grossen Preis von Baden von 1878 auf tiefem Boden erzwang der Herausforderer Prince Giles I ein totes Rennen. Im Entscheidungslauf war die Stute aber nicht zu bezwingen. Es war der zweite von drei Erfolgen im Badner Grand Prix, im folgenden Jahr schaffte sie den Hattrick „nach hartem Kampf“ gegen Künstlerin. Im Gestüt hatte Kincsem nur eine kurze Laufbahn. Sie starb an ihrem 13. Geburtstag am 17. März 1887, nach einem Kolikanfall.

Oleander

Der Fuchshengst aus der Zucht des Gestüt Schlenderhans gewann den Grossen Preis von Baden 1927 bis 1929. Bei seinem ersten Erfolg musste er noch gegen den französischen Gast Sac a Papier hart kämpfen, die beiden anderen Siege schaffte der Hengst leicht und locker. Oleander gilt als das erste in Deutschland gezogene Pferd mit großem internationalem Format, auch wenn ihm ein Erfolg im Prix de l’Arc de Triomphe versagt blieb. Seine Lebensgewinnsumme wurde in Deutschland erst 1968 von Luciano übertroffen. Oleander war jedoch nicht nur ein überragendes Rennpferd, er vererbte sein Talent auch weiter.  9 gewann er das Championat der Vaterpferde in Deutschland.

Gruppe-Rennen

Um die Leistungsprüfungen international besser vergleichbar zu machen, wurde das System der Gruppe-Rennen geschaffen – vom sportlichen Stellenwert vergleichbar mit den europäischen Fußball-Wettbewerben. In Deutschland wurden die Gruppe-Rennen, die in drei Kategorien aufgeteilt sind, 1973 eingeführt. Seit dem haben drei Pferde jeweils drei Gruppe-Rennen in Baden-Baden gewonnen. 

Danedream

Die Geschichte der Stute Danedream ist nicht nur ein Traum, sondern ein Märchen: Als "Spaßpferd" kaufte sie die Familie Volz aus Achern für 9.000 Euro auf der Frühjahrsauktion der BBAG 2010 vom Züchter Gestüt Brümmerhof, weil niemand sie haben wollte. Sie blieb aber im Trainingsstall von Peter Schiergen. Zweijährig gewann sie ein Rennen in Wissembourg und wurde immerhin Dritte im Preis der Winterkönigin(Gr.III)  in Iffezheim.

Doch als Dreijährige legte sie 2011 eine Weltkarriere hin: Sieg in den italienischen Oaks (Gr.II), Sieg in Berlin (Gr.I) und der erste Sieg in Iffezheim, im Longines Grosser Preis von Baden (Gr.I). Danach kam dann der Triumph im Prix de l'Arc de Triomphe (Gr.I), dem wichtigsten Galopprennen der Welt, stets geritten von Andrasch Starke. Inzwischen hatte der Japaner Teruya Yoshida 50 Prozent der Stute für einen Millionenbetrag gekauft.

Im Juli 2012 gewann Danedream als erstes deutsches Pferd überhaupt die King George VI and Queen Elizabeth Stakes (Gr.I) in Ascot. Zuvor hatte sie in Iffezheim den Grossen Preis der Badischen Unternehmen (Gr.II) im Frühjahrs-Meeting geholt. Im September verteidigte sie ihren Titel im Longines Grosser Preis von Baden mit einer kämpferischen Leistung. "Sie ist eine Wunderstute, die niemals aufgibt", schwärmte Peter Schiergen. Und Andrasch Starke fügte an: "Sie hat mir unglaublich viel gegeben. Es ist etwas ganz Besonderes, ein Pferd wie sie reiten zu dürfen."  

Prince Flori

Der von Heinz A Wacek gezüchtete Lando-Sohn Prince Flori sorgte 2006 für die große Sensation: Als 274:10-Außenseiter gewann der damals 3-jährige Hengst mit Filip Minarik den Grossen Preis von Baden vor Oriental Tiger und Saddex. Damals war der Grand Prix noch Teil der inzwischen wieder eingestellten World Racing Championships und trug ein Gesamtpreisgeld von 750.000 Euro. Im folgenden Jahr bewies der von Sascha Smrczek in Düsseldorf trainierte Prince, dass der Erfolg keine Eintagsfliege war. Gegen Egerton und Schiaparelli holte er mit Adrie de Vries im Sattel das Hauptrennen des Frühjahrs-Meetings, ein Gruppe II-Rennen über 2.200m. 2008 machte er die Sammlung komplett und schnappte sich mit dem Preis der Sparkassen-Finanzgruppe auch noch ein Gruppe III-Rennen.

Wiesenpfad

Der Waky Nao Sohn, gezüchtet im Gestüt Ravensberg, im Besitz von Heide Harzheim, war stets ein Publikumsliebing in Iffezheim. Seine drei Gruppe-Erfolge in den Jahren 2007 bis 2009 wurden groß gefeiert. Im Preis der Sparkassen-Finanzgruppe (Gr.III, 2.000m) während der Grossen Woche war Wiesenpfad zweimal erfolgreich, 2008 schob er die Badener Meile (Gr.III, 1.600m) im Frühjahrs-Meeting dazwischen. 2007 und 2008 ritt in Adrie des Vries, 2009 saß Andreas Suborics im Sattel des großen Kämpfers. Trainiert wurde Wiesenpfad von Waldemar Hickst.

Lucky Strike

Viele Jahre beherrschte Lucky Strike die Sprinterszene in Deutschland – der ganz große Wurf, der Gewinn der Goldenen Peitsche blieb im allerdings verwehrt. 2005 kam der in England gezüchtete Petong-Sohn zwar als Erster ins Ziel, wurde wegen Behinderung aber hinter Striking Ambition gesetzt, eine umstrittene Entscheidung. 2003 und 2004 war Lucky Strike im Besitz der Lucky Stables International schon jeweils Dritter in der wichtigsten deutschen Fliegerprüfung geworden. Doch im Bénazet-Rennen (Gr.III, 1.200m), dem Topsprint des Frühjahrs-Meetings, hielt sich der Schützling von Andreas Trybuhl schadlos: 2004, 2005 und 2007 trug er sich in die Siegerliste ein, stets geritten von Adrie de Vries.

Acatenango

Foto Sorge

Acatenango (Surumu – Aggravate)
1986 Grosser Preis der Badischen Wirtschaft (Gr.II, 2.200m)
1986 Grosser Preis von Baden (Gr. I, 2.400m)
1987 Grosser Preis von Baden (Gr. I, 2.400m)


Der 1982 geborene Acatenango aus dem Gestüt Fährhof gehört zu den bekanntesten und erfolgreichsten Pferden, die Deutschland je sah. Sein erstes Rennen in Iffezheim bestritt der von Heinz Jentzsch trainierte Hengst als Zweijähriger. Im Preis von Eberstein wurde er Dritter. 1984 stand er noch im Schatten des Winterfavoriten Lirung, als Dreijähriger sollte sich das ändern. Er gewann alle sechs Starts des Jahres, darunter Union, Derby und Aral-Pokal. In Iffezheim trat er allerdings erst 1986 an. Er holte sich das Hauptereignis des Frühjahrs-Meetings, ging dann nach Paris, um den Grand Prix de Saint-Cloud zu gewinnen. Nach dem Erfolg im Grossen Preis von Baden erlitt Acatenango dann im Prix de l’Arc de Triomphe nach 12 Siegen in Folge seine erste Niederlage. Er wurde hinter Dancing Brave im vielleicht am stärksten besetzten Arc der Nachkriegszeit. 1987 verteidigte Acatenango seinen Titel im Grossen Preis von Baden.

Alle auf einen Streich

Sechs Gruppe-Rennen gibt es während der Grossen Woche und die Zahl der Jockeys, Trainer und Besitzer, die das halbe Dutzend komplett in ihrer Sammlung haben, ist ausgesprochen klein:

Jockeys:

Walter Held schaffte es in der Zeit von 1937 bis 1955, ihm gelangen insgesamt elf Siege in diesen Rennen
Fritz Drechsler (1951 – 1972)  14 Siege
Andreas Suborics (1997 – 2004) 13 Siege

Trainer:

Heinz Jentzsch (1961 – 1976) 23 Siege
Hein Bollow (1966 – 1978) 18 Siege
Peter Schiergen (1998 - 2010) 12 Siege

Besitzer:

Gestüt Röttgen (1936 – 1981) 14 Siege