Der Pferdesport wird von vielen Fachbegriffen geprägt, das Galoppsport ABC soll Ihnen den Einblick in die faszinierende Welt des Galopprennsports erleichtern.

Abwiegen:

Ein Reiter wird auf das von seinem Pferd im Rennen zu tragende Gewicht geprüft. Das Gewicht umfasst den Reiter, seine Kleidung, den Sattel einschließlich Gurten und Bügeln. Nach dem Rennen wird noch einmal das Gewicht des Reiters kontrolliert.

 

Altersgewichtsrennen:

Ein Rennen, bei dem das vom Pferd zu tragende Gewicht von dessen Alter, Geschlecht, Leistungen und Gewinnen abhängig ist.

 

Aufgalopp:

Das Pferd galoppiert zur Startstelle. Dies ist ein Teil der Vorbereitung auf das bevorstehende Rennen.

 

Ausgleichsrennen:

Ein Rennen, bei dem die Pferde aufgrund ihrer bisherigen Leistungen ein Gewicht (GAG: Generalausgleich) vom Handicapper zugeteilt bekommen. Dies dient der Chancengleichheit. Die Skala des GAG reicht von 30 kg für schlechte Pferde bis 110 kg für die Topgalopper. Die Handidcaps werden in folgende Ausgleiche eingeteilt: I, II, III und IV

 

Außenwetten:

Außenwetten sind Wetten, die vor dem Rennen außerhalb der Bahn in den Wettannahmestellen und im Internet abgeschlossen werden.

Steffi Hofer beim Abwiegen

Steffi Hofer beim Abwiegen

BBAG:

Baden-Badener Auktionsgesellschaft, die während der drei Meetings Auktionen veranstaltet, an denen Rennpferde versteigert werden.

 

Buchmacher:

Gewerbetreibender, der Wetten auf sein eigenes Risiko annimmt.

Canter (engl.):

Ruhiger und gleichmäßiger Galopp.

Derby:

Das Derby ist ein klassisches Rennen, bei dem nur 3-jährige Pferde startberechtigt. Alle Pferde tragen in diesem Rennen das gleiche Gewicht, wobei Stuten in Deutschland eine Erlaubnis von 2 kg haben  (siehe Stutenerlaubnis). Es ist das wichtigste Rennen im Leben eines Vollblüters (siehe klassische Rennen).

 

DVR:

Das Direktorium für Vollblutzucht und Rennen ist der Galopper-Dachverband mit Sitz in Köln. Die Dachmarke heißt German Racing.

EBF:

Europäischer Züchterfond, der durch Zahlungen der Denkhengsthalter in den abgeschlossenen Ländern ein Programm von besonders förderungswürdigen Rennen unterstützt.

 

Englisches Vollblut:

Das Englische Vollblut bezeichnet eine speziell für den Galopprennsport gezüchtete Pferderasse aus der Gruppe der Vollblüter (siehe Vollblüter).

 

Erlaubnis:

Erlaubnisreiter dürfen weniger als das vorgeschriebene Gewicht tragen. Reiter sind solange Erlaubnisreiter bis sie 50 Siege errungen haben. Die Gewichtserlaubnis wird von 5kg – 1kg je nach Anzahl der bereits erzielten Siege gestaffelt.

 

Eventualquote:

Die Quote, die bei Sieg des jeweiligen Pferdes bei einem Einsatz von 10€ ausgezahlt wird. Die Eventualquote ändert sich ständig und ist davon abhängig in welchem Umfang das jeweilige Pferd gewettet wird.

Fegentri:

Die Fegentri ist eine Vereinigung europäischer Amateurrennreiterverbände (Fédération Internationale des Gentlema-Riders). In Amateurrennen, die als Fegentri-Rennen gelaufen werden, müssen Reiter aus mindestens drei verschiedenen Nationen teilnehmen, damit das Rennen für das Europa-Championat gewertet werden kann.

 

Flieger:

Pferd, welches am besten für Sprintstrecken von 1000 – 1400 Meter geeignet ist (siehe Meiler und Steher).

 

Formen:

Die gezeigten Leistungen eines Pferdes bei seinen letzten Starts.

Furlong (engl.):

220 yards = ca. 200 Meter (siehe Meile)

 

Führring:

Bereich, in dem die startberechtigten Pferde des jeweiligen Rennens dem Publikum vorgestellt werden. Die Reiter sitzen dort auf.

Beliebt beim Publikum: der Führring

Galopp:

Der Galopp ist die schnellste natürliche Gangart des Pferdes.

 

Geburtsland:

Ein eingeführtes Pferd und ein ausländisches Gastpferd führen zu ihrem Namen grundsätzlich die Abkürzung für ihr Geburtsland (z. B. (GB), (FR) oder (USA*)) Die Geburtsabkürzung mit * bedeutet, dass das Pferd eine Inländergeltung besitzt. Pferde die keine Geburtsabkürzung hinter ihrem Namen führen, sind in der Bundesrepublik Deutschland geboren.

 

Geläuf:

Die Bahn wird Geläuf genannt. Die Rennen können auf Rasen oder Sand gelaufen werden. Der Zustand des Bodens wird vor dem Renntag gemessen und entsprechend kategorisiert – in „fest“, gut“, „weich“ oder „schwer“.”Boden gut” ist das Ziel, da dies den meisten Pferden entgegenkommt.

 

Generalausgleich (GAG):

Die Handicap-Aufstellung aller Galopper und damit eine Art Rangliste über die Leistung des Pferdes. Das GAG ist bei den Ausgleichsrennen wichtig, um das zu tragende Gewicht zu bestimmen.

 

Gewicht:

Eine der wichtigsten Größen im Galoppsport die bestimmt, welche Last das Pferd im jeweiligen Rennen aufgrund der Ausschreibung oder seines Handicaps zu tragen hat. Das Gewicht setzt sich aus Reiter, dessen Kleidung, dem Sattelzeug und eventuell zusätzlichen Bleigewichten zusammen.

 

Gewichtserlaubnis:

Gewichtserlaubnis bedeutet eine Verringerung des ursprünglich von einem Pferd zu tragenden Gewichts. Eine Erlaubnis gibt es für Reiter, die noch keine 50 Siege errungen haben. Je nach Anzahl der Siege staffelt sie sich zwischen 5 kg und 1 kg. Eine Erlaubnis von 2 kg gilt in Altersgewichtsrennen für Stuten. Dreijährige Pferde haben gegenüber älteren Pferden ebenfalls eine Gewichtserlaubnis.

 

Grupperennen:

Grupperennen sind sportlich und züchterisch besonders wertvoll. Sie möglichen einen internationalen Vergleich ihrer Wertigkeit. Grupperennen sind in drei Kategorien I, II, III eingeteilt. Gruppe I – Rennen haben die höchste Wertigkeit. In Deutschland gibt es sieben Gruppe I – Rennen, eines davon ist der Longines Grosser Preis von Baden.

Jockey:

Ein Jockey ist ein Berufsrennreiter, der mindestens 50 Rennen gewonnen hat. Bis dahin wird er als Rennreiter bezeichnet.

Alexander Pietsch und seine Jockeykollegen

Klassische Rennen:

Klassische Rennen sind nur 3-jährige Pferde startberechtigt, Ausnahme ist das St.Leger, das seit einigen Jahren auch für ältere Pferde offensteht. Zwei klassische Rennen sind den Stuten vorbehalten, die anderen Drei sind offen für Hengste und Stuten. Wallache haben keine Startberechtigung in klassischen Rennen.

In Deutschland sind folgende Rennen klassisch: German 1.000 Guineas, gelaufen in Düsseldorf (Stuten); Mehl-Mülhens-Rennen / German 2000 Guineas, gelaufen in Köln (Hengste und Stuten); Preis der Diana, gelaufen in Düsseldorf (Stuten); Deutsches Derby, gelaufen in Hamburg (Hengste und Stuten) und Deutsches St. Leger, gelaufen in Dortmund (Hengste und Stuten)

Maidenrennen:

Rennen, in dem nur Pferde startberechtigt sind, die noch nie ein Rennen gewonnen haben. Maidenrennen werden für zweijährige, dreijährige oder vierjährige und ältere sieglose Pferde ausgeschrieben.

 

Meile:

Rennen über 1600 m

 

Meiler:

Pferd, welches am besten für Mitteldistanzen, von 1600 bis 2200 Meter, geeignet ist. (siehe Flieger und Steher)

Ohrenstöpsel:

Ohrenstöpsel sollen empfindliche Pferde vor der allgemeinen Geräuschkulisse schützen, damit sie sich auf das Renngeschehen konzentrieren. Im Rennprogramm werden Scheuklappen mit dem Kürzel „O“ vermerkt.

Pedigree:

So wird Stammbaum, die Ahnentafel eines Vollblüters, bezeichnet. Alle Vollblüter lassen sich auf drei arabische Deckhengste zurückführen, die im 18. Jahrhundert nach England importiert wurden.

 

Peitsche:

Der Einsatz der Peitsche im Rennen ist streng reglementiert. Sie darf maximal fünf Mal eingesetzt werden, bei einem Verstoß droht dem Reiter mindestens eine 14-tägige Reitsperre und er verliert einen Teil seiner Gewinnsumme. Eingesetzt werden dürfen nur sogenannte Shock absorbing ummantelte Peitschen.

 

Pferdelänge:

Der Abstand zwischen zwei Pferden wird im Richterspruch in Pferdelängen ausgedrückt. Eine Pferdelänge ist nach Rennordnung mit 2,50m definiert.

 

Pferdepass:

Erfasst sind alle sichtbaren Besonderheiten eines Pferdes, so dass der Vollblüter jederzeit genau identifiziert werden kann.

Rennfarbe:

Jeder Rennstallbesitzer hat seine eigene Rennfarbe. Es ist eine beim Direktorium registrierte Kombination von Farben und Muster für den Dress des Reiters.

 

Rennleitung:

Das Schiedsrichterteam auf der Rennbahn. Es überprüft die genaue Abwicklung des Rennens.

 

Richterspruch:

Im Richterspruch wird der Ausgang eines Rennens dokumentiert. Er enthält folgende Informationen:

  1. Die Reihenfolge, in der die Pferde eingekommen sind. 2.) Die Abstände zwischen den Pferden. 3.) Die Zeit des Rennens 4.) Die Art, wie der Sieger gewonnen hat.

Scheuklappen:

Schränken das Sichtfeld des Pferdes ein, um die Aufmerksamkeit zu verbessern. Im Rennprogramm werden Scheuklappen mit dem Kürzel „Skl.“ vermerkt.

 

Sport-Welt:

Deutschlands älteste Sportpublikation. Sie enthält alle Informationen, die für den Wetter wichtig sind.

 

Steher:

Pferd, das am besten für weite Renn-Distanzen, oberhalb der 2200 Meter, geeignet ist. (siehe Flieger und Meiler)

 

Stutenerlaubnis:

Zum Ausgleich der geschlechtsspezifischen Nachteile bekommen Stuten in einem Rennen einen Gewichtsvorteil von 2 kg. Von dem errechneten Gewicht entsprechend der Ausschreibung werden 2 kg abgezogen.

Die Fachzeitung Sport-Welt ist eine wichtige Informationsquelle

Totalisator:

Institution des Wettgeschäfts auf der Rennbahn. Die Wetter wetten gegeneinander in den Toto. Von den Einsätzen behält der Veranstalter ca. 30 Prozent ein, um die Rennen zu finanzieren. Rund 70 Prozent wird als Gewinn an die Wetter ausgeschüttet. Zum Vergleich: Beim Lotto wird nur etwa die Hälfte des Einsatzes ausgeschüttet

 

Totes Rennen:

Ein Rennen, bei dem zwei oder mehr Pferde gemeinsam das Ziel passieren und auch durch die Technik nicht zu trennen sind. Die Wetten werden dann für beide Pferde ausbezahlt, allerdings mit halbierter Quote.

 

Tripple-Crown (engl.):

Ein Pferd gewinnt alle drei wichtigen klassischen Rennen. Die 2.000 Guineas, das Derby und den St. Leger (siehe klassische Rennen).

Vollblüter:

Pferde, deren Abstammung auf Araberpferde zurückgeht. Dazu werden heute offiziell Vollblutaraber, das englische Vollblut und der Anglo-Araber gezählt (siehe englisches Vollblut)

Wallach:

Ein Wallach ist ein männliches, kastriertes Pferd.

Zocker:

Wetter, der mit hohem Risiko und hohem Einsatz spielt.